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Von atemlos zu lautlos


Mit einem schnarchenden Partner im Bett fällt die Erholung oft schwer. Doch vor allem bei den Geräuschverursachern, die häufig unter Atemaussetzern leiden, steigt das Gesundheitsrisiko. „Dauern diese von zehn Sekunden bis zu zwei Minuten, sprechen Experten von Schlafapnoe. Betroffene nehmen nachts zu wenig Sauerstoff auf und leiden oft unter Tagesmüdigkeit“, weiß Dr. Andrea-Mareen Behr, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in der SternKlinik in Bremen. Kieferorthopäde Dr. Knut Thedens aus der Klinik ergänzt: „Viele unterschätzen die daraus resultierende Gefahr für Verkehrsunfälle durch Sekundenschlaf.“ Zudem erhöht der Sauerstoffmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um das Atmen zu erleichtern, stehen verschiedene Behandlungen zur Wahl: von Schnarchschienen über Atemmasken bis zu korrigierenden Eingriffen.


Nächtliche Einflüsse

Wenn der Muskeltonus im Schlaf nachlässt oder die Nasenatmung behindert ist, bilden sich Engstellen, die den Strömungswiderstand der Atemluft erhöhen. Vibrationen des weichen Gaumens und des Zungengrundes rufen dann die typischen Schnarchgeräusche hervor. Die ursächlichen Faktoren sind dabei unterschiedlich: So lassen einige Schlaf- und Beruhigungsmittel die Muskulatur erschlaffen. Auch Alkohol schwächt das Gewebe und führt zur Anschwellung der Rachenschleimhaut. Andere Menschen wiederum schnarchen vor allem in Rückenlage, wenn der Kiefer zurücksackt und Zunge sowie weicher Gaumen einen Teil der Atemwege versperren. Dr. Behr ergänzt: „Zudem kann Übergewicht Fetteinlagerungen im Rachen begünstigen, welche die Atemwege verengen. In diesen Fällen zeigt eine Gewichtsreduktion beträchtliche Wirkung.“


Der Ursache auf der Spur

Wer anhaltend unter Schnarchen leidet, sucht meist einen HNO-Arzt auf. Bei der ersten Anamnese fragt dieser Faktoren wie behinderte Nasenatmung, Medikamenteneinnahme, Allergien, Tagesmüdigkeit, Größe und Gewicht ab. Durch körperliche Untersuchungen stellt der Arzt fest, ob zum Beispiel die Nasenscheidewand verbogen oder die Schleimhäute angeschwollen sind. Haben Gaumensegel und Zäpfchen die richtige Länge? „Ergänzend muss immer ein Schlafmediziner hinzugezogen werden, der den Schweregrad einer möglichen Schlafapnoe mithilfe spezieller Messgeräte ermittelt“, erläutert Dr. Thedens. „Je nach Ausgangslage erfolgt entweder eine ambulante Schlafuntersuchung oder eine Nacht im Schlaflabor, um Werte wie Schnarchgeräusche, Sauerstoffsättigung des Blutes, Herzfrequenz sowie Bewegungen während des Schlafs aufzuzeichnen.“


SchnarchenWeg frei für den Atem

Abhängig von der Ursache, stehen unterschiedliche Therapien zur Verfügung. Atemmasken, die nachts mittels Überdruck die Sauerstoffversorgung sicherstellen, benötigen nur Patienten mit schwerer Schlafapnoe oder starkem Übergewicht. „Gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten für diese Behandlung, jedoch können bei leichter bis mittelgradiger Schlafapnoe schon sanftere Therapien das Problem lindern“, betont Dr. Thedens. So verlagern etwa Schnarchschienen – ähnlich aufgebaut wie Zahnspangen – Unterkiefer, Zunge und Gaumensegel nach vorne. „Die zweiteiligen Schienen fertigen wir individuell nach Gebissabdrücken der Patienten an“, erklärt Dr. Thedens. „Anschließend lassen sie sich über spezielle Verbindungselemente so einstellen, dass die Atemwege im Schlaf frei bleiben und die Lunge wieder mit genügend Sauerstoff versorgt wird.“ Daneben bestehen operative Möglichkeiten, wie beispielsweise eine Korrektur der Nasenscheidewand oder eine sogenannte Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP), eine Straffung des Gaumensegels. „Letztere lässt sich inzwischen auch mittels Laser durchführen“, ergänzt Dr. Behr. „In einigen Fällen bringen Ärzte das Gewebe mithilfe von Radiofrequenz in Form oder stabilisieren das Gaumensegel durch kleine Kunststoffstäbe.“ 

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